Konzept 2017-02-24T12:24:02+00:00

Cradle to Cradle (C2C) Konzept von uns erklärt

Definition

Cradle to Cradle ist neben der Produktzertifizierung auch eine Denkschule, die in Deutschland zum Beispiel durch den Cradle to Cradle e.V. in die breite Öffentlichkeit getragen wird.

Cradle to Cradle, übersetzt „Von der Wiege zur Wiege“, steht für einen völlig anderen Umgang mit Ressourcen und Stoffströmen. Bisher handelt der Mensch als einziges Lebewesen auf der Erde nach der Devise „Von der Wiege zur Bahre“ und erzeugt dabei jede Menge Abfall, giftige Substanzen und Umweltverschmutzung. Das Cradle to Cradle Konzept steht dagegen für kontinuierliche Materialkreisläufe und positiv definierte Materialien, die für Mensch und Umwelt gesund sind.

Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften können nur funktionieren, wenn Produkte und Prozesse von Anfang an im Hinblick auf ihre gesamte Nutzungsdauer entwickelt werden. Vorbild für Cradle to Cradle ist die Natur, von der sich die drei Cradle to Cradle-Prinzipien ableiten:

Die drei C2C Prinzipien

Das 1. Prinzip Abfall ist Nahrung orientiert sich am Vorbild ökologischer Nährstoffkreisläufe in der Natur.

Veranschaulicht werden kann dieses Prinzip anhand des Symbols des Kirschbaums im Frühling: Der Kirschbaum produziert eine überwältigende Anzahl an Blüten, die unter Effizienzgesichtspunkten, beispielsweise zur Reproduktion nicht notwendig sind und verschwenderisch erscheinen.

Vom Standpunkt der Öko-Effektivität betrachtet, gelangen jedoch alle Bestandteile des Kirschbaums samt der vielzähligen Blüten durch Kompostierung als Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurück. Dabei entsteht im Sinne der vorherrschenden Produktionslogik kein Abfall. Ferner ist der Kirschbaum aus ganzheitlicher Perspektive im Ökosystem nützlich: Er filtert die Luft, absorbiert Kohlenstoffdioxid (CO2), produziert Sauerstoff (O2), unterstützt die Biodiversität durch die Bereitstellung von Lebensraum und bildet in letzter Konsequenz nährstoffreichen Humus durch die Verrottung seiner Biomasse.

Das 2. Prinzip, die Nutzung erneuerbarer Energien, bezieht sich auf die vorherrschende Energieerzeugung und fordert eine grundlegende Umstrukturierung der heutigen Energiegewinnung. Durch das 1. Prinzip, “Abfall ist Nahrung”, verbleiben wertvolle endliche Materialien, darunter beispielsweise Kunststoffe auf fossiler Basis, in kontinuierlichen Kreisläufen. In diesem Zusammenhang ist es jedoch ebenso wichtig, die zur Fertigung benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen zu schöpfen, anstatt durch die Verbrennung fossiler Energieträger (Öl, Gas, Kohle) die Verknappung kohlenstoffreicher Ressourcen weiter voranzutreiben. Erneuerbare Energien sind damit Grundvoraussetzung für einen holistischen und effektiven Kreislaufansatz.

Das 3. Prinzip der Unterstützung von Diversität stellt sich gegen das identifizierbare Phänomen der De-Evolution – der Vereinfachung und Zerstörung von Vielfalt im großen Stil. Gemeint ist damit die menschliche Gestaltung der Umwelt durch Einheitsgrößen und die Simplifizierungen komplexer Zusammenhänge. Eine Vielfalt der Orte und Kulturen, der Wünsche und Bedürfnisse, der einzigartigen menschlichen Gestaltungsfähigkeit kann durch eine industrielle Re-Evolution, im Sinne von Cradle to Cradle, in der Wirtschaft etabliert werden. Dies soll der Welle der Eintönigkeit von der Wiege zur Bahre entgegenwirken, die eben jenes öko-effektive Produktdesign (noch) verhindert. Unsere Produkte und Prozesse können besonders effektiv sein, wenn sie voller Informationen und Reaktionen sind – wenn sie der lebendigen Welt so weit wie möglich ähneln. Unterstützung von Diversität meint im Sinne von Cradle to Cradle, die lebendigen Systeme dieser Erde als Vorbild zu nehmen und sich davon inspirieren zu lassen.

Die beiden C2C Kreisläufe

Slider C2C e.V.

Der technische Kreislauf bezieht sich auf Materialien wie z.B. Metalle oder Kunststoffe, die als Primärrohstoffe nur begrenzt zur Verfügung stehen und in Anbetracht der zunehmenden Knappheit sowie steigendem Konsum in technischen Kreisläufen zirkulieren sollten. Bürostühle als Beispiel können so hergestellt werden, dass alle eingesetzten Materialien sortenrein und mit geringem Aufwand voneinander getrennt werden können. So ist es möglich, alle eingesetzten Materialien als Sekundärrohstoffe erneut einzusetzen.
Der Biologische Kreislauf umfasst Materialien, die gesundheitsverträglich und kompostierfähig sind und dadurch am Ende ihrer Nutzung als biologische Nährstoffgrundlage neues organisches Wachstum ermöglichen. Dies lässt sich am Beispiel einer ökoeffektiven Textilie verdeutlichen: Bei der Produktion eines T-Shirts kommt ökologische Baumwolle zum Einsatz, die Färbung wird durch biologisch abbaubare und für Mensch und Natur unbedenkliche Farbstoffe realisiert.

Vielen Dank an den Cradle to Cradle e.V. für das zur Verfügung stellen der Grafiken und Informationen. Aktuelle Entwicklungen, News und die Möglichkeit euch aktiv als Mitglied oder Fördermitglied einzubringen findet ihr auf der Webseite: www.c2c-ev.de.